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Praktikumsbericht Marten Müller-Chorus

Während meines einwöchigen BOGY-Praktikums im Abgeordnetenbüro von Willi Halder konnte ich viele, mir sonst verborgen gebliebene Aspekte der alltäglichen Politik kennenlernen. Durch das Engagement von Willi Halders persönlicher Referentin Christine Besa war es mir möglich, jeden Tag neue Dinge zu erleben, wie den Besuch einer Fraktionssitzung, sowie eine Sitzung des Umweltausschusses.

Es war ein tolles Erlebnis mitzubekommen welche Stationen ein Gesetz durchläuft bis es beschlossen wird. Vom Beginn in der Fraktionssitzung über die Beratung in den Ausschüssen und dem Beschluss im Plenum. Dies war sehr interessant, da ich so in der Lage war, sowohl die der Öffentlichkeit bekanntere Arbeit des Plenums live zu erleben, sowie die inhaltlich komplexere Arbeit der jeweiligen Fachabgeordneten in einem Ausschuss.

Was mich am meisten überraschte, mir aber vermutlich mit am besten gefallen hat, war der offene und entspannte Umgang untereinander in der Grünen Fraktion. Die Tatsache, dass fast jede Tür offen ist, wenn nicht gerade ein Telefonat geführt wird, fand ich sehr angenehm und machte es sehr leicht sich wohlzufühlen.

Den Besuch einer Landespressekonferenz kann ich sehr empfehlen, da dort die Politiker*innen mit Kritik und Fragen konfrontiert werden und somit auch nicht immer eine bereits vorformulierte Antwort haben. Dies ist leider nur im ersten Teil einer Landespressekonferenz der Fall, da dies eine offene Runde ist, wo die Journalisten frei ihre Fragen stellen können. Im zweiten Teil geht es um ein vorher festgelegtes Thema welches in meinem Fall leider nicht besonders spannend war, was sich auch darin wiederspiegelt, dass ein nicht kleiner Teil der Journalisten nach der offenen Runde gegangen ist.

Für den Besuch der Plenarsitzung konnte ich mich einer Gruppe aus dem Wahlkreis von Willi Halder (Wahlkreis 15 Waiblingen) anschließen. Zwar werden die Plenumssitzungen live übertragen, allerdings wird dort meist nur der Redner gezeigt. Besonders überraschend fand ich die vielen lautstarken Zwischenrufe. Deshalb würde ich jedem auch außerhalb eines Praktikums einen Besuch empfehlen. Besonders die Fragerunde der Besuchergruppemit Willi Halder fand ich ein tolles Erlebnis, da ich so einen Einblick bekam wie ein Abgeordneter mit den Problemen und Fragen der Bürger*innen seines Wahlkreises umgeht.

Bevor ich in den Umweltausschuss ging, war ich beim Arbeitskreis Umwelt der Grünen dabei. Hier wurde der Ausschuss vorbereitet und Standpunkte erläutert sowie offenen Fragen geklärt. Später kam dann der Umweltminister Franz Untersteller mit seinen Mitarbeitenden hinzu. Mit ihnen wurden vorher diskutierte Themen für die nachfolgende Sitzung abgestimmt. Der Fortsetzung des AK, gemeinsam mit dem Koalitionspartner CDU, konnte ich leider nicht beiwohnen.

Im Umweltausschuss waren dann Vertreter aller Fraktionen vertreten sowie das Umweltministerium. Ein Großteil der Sitzung bestand daraus, dass der Umweltminister oder der jeweilige Experte des aktuellen Themas, den Ausschussmitgliedern Fragen beantwortete, oder die Position des Ministeriums klarstellte. Dabei war ich vor allem überrascht wie aufmerksam die Abgeordneten den zum Teil sehr wissenschaftlichen Erklärungen zuhörten und ebenso komplexe Gegenfragen stellten. Dies zeigte mir, dass die Abgeordneten sich besser auskennen als ich und vermutlich auch ein Großteil der Bevölkerung gedacht haben. Persönlich fand ich allerdings den AK deutlich interessanter, was vermutlich daran lag, dass dort offener gesprochen wurde.

Das was mir am besten gefallen hat, war das große Vertrauen was mir entgegengebracht wurde. So durfte ich bereits an meinem ersten Tag eine Pressemitteilung verfassen. Diese am nächsten Tag online zu sehen hat mir sehr gefallen.

Insgesamt fand ich dieses Praktikum sehr lehrreich und interessant und es hat mir einen sehr guten Einblick in die intensive politische Arbeit verschafft. Ich würde jedem, der an Politik interessiert ist, ein Praktikum empfehlen oder zumindest einen Besuch im Landtag von Baden-Württemberg.

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