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Praktikumsbericht Paul Harm

Vom 21.Oktober 2019 bis zum 25.Oktober 2019 habe ich mein Berufsorientierungs-Praktikum im Abgeordnetenbüro Halder absolviert. Meine Praktikumszeit lag in einer Ausschusswoche. Das heißt, dass die Abgeordneten nicht in Plenarsitzungen debattieren und abstimmen, sondern in ihren Ausschüssen arbeiten. Dementsprechend war auch meine Praktikumswoche geprägt von der Ausschussarbeit.

© privat

Zu dieser Arbeit gehört vor allem viel Vorbereitung. Dazu gibt es in jeder Fraktion Arbeitskreise in denen die Position der Fraktion zu verschiedenen Themen ausgearbeitet wird. Am Donnerstag durfte ich an einer Sitzung des AK Bildung teilnehmen. Mich hat überrascht wie detailreich über einzelne Themen und kleinste Formulierungen gesprochen wurde und der Vorwurf, den man oft aus der Bevölkerung hört, dass sich die Politiker*innen nicht für die Wünsche der Bürger*innen interessieren, hat sich zumindest bei den Grünen bei mir nicht bestätigt. Am Nachmittag ging es dann zu der eigentlichen Ausschusssitzung. In den Ausschüssen sind Mitglieder aller Fraktionen nach den jeweiligen Mehrheitsverhältnissen vertreten. Das führt dazu, dass es dort viel lebhafter zugeht als in den Arbeitskreisen, was mir gut gefallen hat. Allerdings hat es mir auch vor Augen geführt, wie langsam die Demokratie in ihren Prozessen ist, da in den gut drei Stunden gerade einmal ein Fünftel der Tagesordnungspunkte abgearbeitet wurde.

Ein weiterer Punkt, der mir an meinem Praktikum gut gefallen hat, sind die Termine im Landtag gewesen. Ich habe eine Führung durch den Landtag bekommen und konnte mit dem Landtagsdirektor Berthold Frieß sprechen. Bei einem Planspiel im Parlament konnte ich für eine Stunde die Position eines Abgeordneten einnehmen. Ich war beeindruckt von dem Aufwand, der hinter einer solchen Plenarsitzung steckt. Ich wusste zwar von einem Besuch im Bundestag das der Stenographische Dienst für das Mitschreiben der Plenarsitzungen verantwortlich ist, jedoch nicht, dass es dafür eine spezielle Schnellschrift gibt. Sie sorgen dafür, dass das Sitzungsprotokoll wenige Stunden nach Ende der Sitzung veröffentlicht werden kann. Auch in den Ausschusssitzungen sind Stenographinnen und Stenographen anwesend.

Auch das Plenarspiel hat mir großen Spaß gemacht, da eine gute Atmosphäre herrschte und man auf eine humorvolle und realistische Art die Parlamentsarbeit erleben konnte. Man war nicht bloß Zuschauer, sondern konnte sich selbst beteiligen, worin ja auch der Sinn der Politik besteht.

Ebenfalls ein persönliches Highlight war für mich das Gespräch mit der Grünen Jugend. Es hat sehr viel Spaß gemacht mit Gleichaltrigen zu diskutieren, die eine ähnliche politische Einstellung haben. Für das Gespräch war ursprünglich eine Dreiviertelstunde angedacht. Am Ende haben wir uns mehr als zwei Stunden lang über Themen wie Feminismus und Klimaschutz ausgetauscht. Ich bin mit vielen neuen Gedanken und Ideen aus dem Gespräch gegangen.

Ein Termin, den ich leider nicht so besonders spannend fand, war die Kreistagssitzung des Rems-Murr-Kreises in Plüderhausen auf die mich die Persönliche Mitarbeiterin und Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag Christine Besa mitgenommen hat. Es ging „nur“ um den Haushalt ging und deshlab wurde eine lange Haushaltsrede gehalten. Es war aber trotzdem eine interessante Erfahrung die politische Ebene unter dem Landtag kennenzulernen und wäre bei anderen Themen bestimmt auch spannender gewesen.

Zum Schluss kann ich sagen, dass mir das Praktikum im Abgeordnetenbüro Halder vor allem durch die vielen Einblicke in die alltägliche Politik gut gefallen hat. Leider konnte ich keine Plenarsitzung live miterleben, da in meiner Praktikumswoche kein Plenum angesetzt war. Trotzdem habe ich die Zeit als sehr lehrreich und informativ empfunden. Nach den Erfahrungen dieser Woche könnte ich mir durchaus vorstellen, zukünftig in politischen Bereichen zu arbeiten.

 

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