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30.04.2014 – Rede zum Antrag „Konzept und Praxis des „Runden Tisch Islam“

>>> Video zur Plenarrede

Auszug aus dem Plenarprotokoll:
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, meine sehr verehrten Damen und Herren!
Vor gut zweieinhalb Jahren wurde der runde Tisch „Islam“ von der baden-württembergischen Integrationsministerin Bilkay Öney eingerichtet. Mit dem runden Tisch „Islam“ wurde ein institutionalisierter Dialog zwischen der Landesregierung sowie Bürgerinnen und Bürgern islamischen Glaubens etabliert.
Ist ein solcher Dialog notwendig? Warum brauchen wir einen solchen Dialog? Zur Beantwortung dieser Fragen bietet sich ein Zitat des deutschen Ordensgeistlichen August Heinrich Henckel von Donnersmarck an. Er sagte – ich zitiere mit Erlaubnis der Präsidentin –:
Die Verwirklichung des Menschen geschieht im Dialog, in der doppelten Fähigkeit, zu reden und zuzuhören, zu antworten, aber auch darin, sich vom Wort treffen zu lassen. Anders gesagt: Dialog, das meint die Bereitschaft zur Kooperation.

Für den runden Tisch „Islam“ kann festgestellt werden: Wir brauchen den Dialog mit den Musliminnen und Muslimen in Baden-Württemberg, um Vorurteile und Missverständnisse abzubauen.
Wir brauchen den Dialog, um voneinander zu lernen. Wir brauchen den Dialog, um unser Miteinander besser zu gestalten. Wir brauchen den Dialog für ein weltoffenes und modernes Baden-Württemberg.
Aus meiner Sicht kann die Frage, ob wir einen solchen Dialog brauchen, somit mit einem klaren Ja beantwortet werden.

Während der vergangenen zweieinhalb Jahre hat sich der runde Tisch „Islam“ mit einer Vielzahl von Themen beschäftigt, angefangen bei der Wahrnehmung des Islams in der Gesellschaft über das Bestattungsrecht, Friedensrichter, die Krankenhausseelsorge, die Stellung der Frau im Islam bis hin zum islamischen Religionsunterricht. Weitere aktuelle Themen standen auf der Tagesordnung.

Lassen Sie mich an dieser Stelle kurz auf das Thema „Islamische Seelsorge“ eingehen. Bislang wurden in der Region Bodensee-Oberschwaben und in der Metropolregion Rhein-Neckar islamische Krankenhausseelsorgerinnen und -seelsorger ausgebildet. Unser Ziel ist es, dieses Angebot in den kommenden Jahren auf weitere Regionen auszuweiten. Darüber hinaus sind Aufbaukurse für die Bereiche Gefängnis-, Notfall- und Telefonseelsorge angedacht.

Die Nachfrage nach solchen seelsorgerischen Angeboten ist in der Vergangenheit – unabhängig von der religiösen Zugehörigkeit – stark gestiegen. Umso wichtiger ist es, dass entsprechende Angebote auch für muslimische Mitbürgerinnen und Mitbürger zur Verfügung stehen. In Mannheim beispielsweise hat sich gezeigt, dass es Patientinnen und Patienten zunehmend in die Krankenhäuser zieht, in denen islamische Seelsorgerinnen und Seelsorger tätig sind.

Das Beispiel Seelsorge zeigt, dass die beim runden Tisch „Islam“ geführte Diskussion aufgegriffen wird und konkrete Maßnahmen ergriffen werden. Aus dem Dialog heraus hat sich damit eine neue Form der Zusammenarbeit ergeben.

Der runde Tisch „Islam“ stellt aus meiner Sicht eine wichtige Einrichtung für institutionalisierte Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern islamischen Glaubens dar. Die grün-rote Landesregierung macht deutlich, dass sie nicht über Musliminnen und Muslime, sondern mit ihnen sprechen will. Damit ist der runde Tisch „Islam“ auch ein gutes Beispiel für unsere Politik des Gehörtwerdens.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
(Beifall bei den Grünen und der SPD)

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