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Praktikumsbericht von Hannah Heyden

In meinem BOGY-Praktikum im Abgeordnetenbüro Willi Halder erhielt ich viele Einblicke in die verschiedenen Ebenen der Politik Baden-Württembergs. Von Gesprächen über den Untersuchungsausschuss NSU, Besuchen verschiedener Ministerien bis zu einem Besuch von dem Präsidenten der europäischen Kommission Juncker am baden-württembergischen Landtag. Die persönliche Referentin meines Abgeordneten, Christine Besa organisierte für meine BOGY Zeit ein volles, aber lehrreiches Programm.

Ich hatte die Möglichkeit das Sozialministerium, das Umweltministerium, die Landesgeschäftsstelle der Grünen (LGS) zu besuchen und ein Gespräch mit dem Landtagsdirektor zu führen. Aus diesen Besuchen wurde ersichtlich, wie viel Aufwand und Organisatorisches hinter der Landesregierung steckt, denn ohne die verschiedenen Geschäftsstellen und deren Arbeit könnte Demokratie nicht funktionieren.

Der Landtagsdirektor erzählte uns, dass seine Arbeit in großen Teilen daraus besteht die Verwaltung zu organisieren. Es gibt wie wir von ihm erfuhren ein Studium der Verwaltungswissenschaften, das sinnvoll ist um hier zu arbeiten. Mit dem Studium der Verwaltungswissenschaften kann man beispielsweise auch in der Verwaltung von Rathäusern arbeiten. Man kann aber auch ohne dieses Studium Landtagsdirektor werden, denn das wichtigste in der (politischen) Ämterlaufbahn sind gute Netzwerke.

Die Arbeit eines Ministeriums besteht hingegen darin Verwaltungsaufgaben im jeweiligen Themenbereich wahrzunehmen und die verschiedenen Behörden mit denselben Themen zu beraten. Im Gespräch mit dem Staatssekretär Andre Baumann haben wir erfahren, dass das Umweltministerium beispielsweise Gesetzesvorhaben zum Thema Umwelt entwickeln muss.

Die Arbeit der LGS besteht darin die Grünen der Kommunen zu unterstützen und Wahlkämpfe vorzubereiten. Beim Besuch der LGS bekamen wir einen exklusiven Blick auf die neuen Wahlkampagnen für die Wahlen 2019, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mal veröffentlicht sind. Netzwerke spielen auch in der LGS eine große Rolle, denn umso mehr Kontakte man hat, desto leichter lässt sich das Grüne Image transferieren und verändern.

Die „aktive“ Politik erlebte ich durch die Teilnahme an mehreren Sitzungen, Veranstaltungen und Gesprächen. Bei verschiedenen Gesprächen mit mehreren Parlamentarischen Beratern, die die Experten der Fraktion in bestimmten Themenbereichen sind, war das interessanteste mit Martin Steurer, der im Untersuchungsausschuss Nationalsozialistischem Untergrund (NSU) tätig war. Er berichtete viel über Aussagen und die Verhandlungen zu den kriminellen Machenschaften der NSU und gab uns spannende Infos zu den Ermittlungen im Ausschuss.

Wir besuchten auch ein Fachgespräch über die Identitäre Bewegung (IB), dem „modernen“ Rechtsextremismus. Das Fachgespräch wurde durch den Abgeordneten Alex Maier geführt und endete später in einer offenen und lebhaften Diskussion zum Thema in wie weit die IB eine Gefahr für Jugendliche darstellt.

Weitere Erlebnisse waren die Landespressekonferenz, bei welcher ich den Ministerpräsidenten Kretschmann und Innenminister Strobl sah, sowie die Tagung des Plenums, was mich den Politischen Alltag live erleben ließ und mit die größte Aufgabe eines Abgeordneten ist.

Mit der Unterstützung des Abgeordnetenbüros konnte ich auch die „Fridays for Future“ Demos mit den anderen Praktikanten besuchen und mit demonstrieren.

Als i-Tüpfelchen zu den vielfältigen Einblicken, die ich erhielt und hier nicht aufgelistet habe, konnte ich auch dem Präsidenten der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker bei einer Rede im Landtag zuhören und somit einen der bedeutendsten Politiker unserer Zeit erleben.

Als Fazit zu meinem BOGY-Praktikum lässt sich sagen, dass die Zeit in der Fraktion Grüne/Bündnis 90 sich für mich definitiv gelohnt hat. Ich würde aber jedem ein zweiwöchiges Praktikum empfehlen. Ich glaube aber selbst in einer Woche erhält man tiefe Einblicke in die Grüne Politik und es haben sich für mich Türen geöffnet, die mir sonst verschlossen geblieben wären.

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